Die Synagoge von 1831

Synagoge 1831 600

Die Synagoge von 1831 bis 1910

Kategorie: Synagoge 1831

Eine gute Gelegenheit, ohne allzu großen finanziellen Aufwand einen würdigen Raum zu finden, ergab sich im Jahre 1831. Die Kapelle des alten Hospitals St. Wendelini, die seit dem Einmarsch der Franzosen im Jahre 1794 zu verschiedenen nichtreligiösen Zwecken benutzt worden war, wurde versteigert. „David Dublon und Konsorten“ wurden im Jahr 1831 Besitzer des Kirchenschiffes, der Chorraum und der unter dem Kirchenschiff befindliche Keller gingen in anderen Besitz über.

Das Gebäude lag inmitten der Altstadt, zwischen Oberstraße und Himmeroderstraße, in einem Gebiet, in dem bis zu diesem Zeitpunkt die meisten Juden lebten. Sie lag in einem Hinterhof und war von den Straßen her nicht zu sehen.

 

Plan Synagoge 1831 Wein Mehs 1200
In kurzer Zeit wurde das alte Kirchenschiff in einen Synagoge umgebaut. Der alte Chorraum wurde durch eine Mauer abgetrennt, die Westfront wurde durch Fenster neu gestaltet. Eine durch eine Treppe von außen zugängliche Frauenempore wurde eingerichtet. Von außen war das Gebäude nicht als jüdischer Gebetsraum erkennbar. Im Innern wird man an der Ostwand einen Thoraschrein und in der Mitte einen Almemor, ein Vorlesepult, annehmen können. Dies entsprach der althergebrachten Tradition.

Die Zahl der Juden in Wittlich betrug zur Zeit der Einrichtung dieser Synagoge etwa 100 Personen. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sich diese Zahl mehr als verdoppelt.


 Dr. Marianne Bühler

Qu.:

Foto: Kreisarchiv Bernkastel-Wittlich/Archiv Mehs

Die Zeichnung ist eine Rekonstruktion der ehemaligen Hospitalliegenschaften in der Himmeroderstr. Dargestellt in : Ernst Wackenroder, Die Kunstdenkmäler des Kreises Wittlich, Bonn 1934, S. 334

 

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